Am gestrigen Samstagabend trafen die Mädels der 1. Damen-mannschaft zu Hause auf den saarländischen Nachbarn DJK Heusweiler. Nachdem der TTC Winnweiler am letzten Wochenende gegen ersatz-geschwächte Saarlouis-Fraulauterner einen glücklichen 8:6-Sieg einfahren konnte, gegen die Mädels vom TTC Riedelberg am Vorabend jedoch mit 4:8 unterlegen war, belegten Karina, Viktoria, Josina und Johanna vor dem Spiel mit nur einem Punkt Rückstand auf die Winnweiler Mädels, aber dem um 9 Punkte besseren Spielverhältnis den Relegationsplatz der Oberliga Südwest. Somit war klar, ein Pünktchen würde reichen, um den direkten Klassenerhalt feiern zu können und nicht den Umweg über die Relegation gehen zu müssen. In der Hinrunde verlor die Mannschaft in Heusweiler mit 5:8 und war aufgrund dieses knappen Ergebnisses optimistisch, den Spieß umdrehen zu können.

So ging es motiviert in die Doppelbegegnungen, JoJo standen Badalouf/Schütt gegenüber, ViKa bekamen es mit Schneider/Braun zu tun. Während JoJo ihren Gegnerinnen nach 3 Sätzen zum Sieg gratulieren mussten, machten es ViKa trotz 2:0-Führung noch einmal extrem spannend. Sie gaben den dritten Satz ab und verzweifelten im vierten Satz nach einer 8:5-Führung mehr an diversen Kanten- und Netzbällen als an ihren Gegnerinnen. Im Entscheidungssatz aber waren beide wieder hellwach, spielten konzentriert und ließen ihren Gegnerinnen mit 11:3 keine Chance, auch wenn die Heusweilerinnen nach dem Spiel unverständlicherweise der Meinung waren, den Satz hätten sie gewinnen können. Zwischenstand 1:1 – alles lief nach Plan.

Nun machte sich unser vorderes Paarkreuz bereit und wollte den TTV natürlich in Führung bringen. Karina aber fand keine Mittel gegen ihre Freundin aus dem Kadertraining, gegen die sie noch im Januar auf dem Weg zum Landesmeistertitel der Damen gewinnen konnte. Sarah Badalouf spielte stark und ließ unserer Nummer 1 nicht den Hauch einer Chance.

An der Nebenplatte entwickelte sich zwischen Viktoria und Isabelle Schütt ein wahres Tischtennisdrama, welches nicht gerade von Fairness geprägt war. Viktoria spielte stark auf, hielt mit der jungen Nummer 1 der Gäste super mit und brachte sie ein ums andere Mal in Verlegenheit. Damit hatte Isabelle wohl nicht gerechnet, denn im Hinspiel war Viktoria gegen sie chancenlos gewesen. Unsere Nummer 2 ließ nicht nach und erkämpfte sich unter dem Jubel der vielen Zuschauer eine 2:0-Satzführung. Die Halle tobte und hoffte auf eine kleine Sensation, immerhin würde heute jeder Punktgewinn so wichtig sein. Doch nun zeigte Viktoria Nerven und ließ sich von ihrer Gegnerin aus dem Konzept bringen. So kam es, wie es kommen musste, wie so oft fehlte Viktoria das Quäntchen Glück und sie unterlag Isabelle im Entscheidungssatz unverdient mit 8:11. Dies bedeutete einen ersten Rückschlag im Kampf um den für den TTV so wichtigen Punkt, denn die Mädels lagen mit 1:3 zurück.

Nun waren mit Josina und Johanna das hintere Paarkreuz gefordert, denn es mussten unbedingt 2 Punkte her, um nicht schon früh alle Hoffnungen auf den direkten Klassenverbleib begraben zu können. Und während es bei Johanna nur im zweiten Satz eng wurde, sie gegen Sarah Schneider ansonsten ein tolles Spiel ablieferte und nach 3 Sätzen die Platte verdient als Siegerin verließ, kam Josina mit dem Spiel von Heusweilers Nummer 4 einfach nicht zurecht. Sie konnte zwar in jedem Satz zwischenzeitlich mit zwei Punkten davonziehen, ihre Fehlerquote aber war im gesamten Spiel viel zu hoch und somit musste sie Kinga Braun nach 3 Sätzen zum Sieg gratulieren. Das hatten wir uns alle irgendwie anders vorgestellt, die Mädels aus Heusweiler waren weiterhin mit 2 Punkten in Front, 2:4 aus Sicht des TTV.

Somit lag es an Karina und Viktoria, für ihre Mannschaft auszugleichen, doch das vordere Paarkreuz der DJK Heusweiler war an diesem Abend einfach zu stark, nur ein Satzgewinn für Karina war die magere Ausbeute. Die Mädels lagen also mit 4 Punkten hinten, jetzt müsste ein kleines Wunder her, um aus dem 2:6 noch ein Unentschieden zu machen.

Josina und Johanna wollten diese kleine Chance am Leben halten und das taten sie auch. Josina musste zwar gegen Sarah Schneider trotz 2:0-Satzführung und 8:5 im dritten Satz in den Entscheidungssatz, nachdem sie im vierten Durchgang einen Matchball nicht nutzen konnte, im fünften Satz aber ließ sie keine Zweifel daran, dass sie dieses Spiel als Siegerin verlassen würde. Und auch Johanna erlaubte sich gegen Kinga Braun nur im dritten Satz eine kleine Auszeit, als sie diesen trotz 5:0-Führung noch abgab. Im folgenden Satz aber war sie nicht mehr zu stoppen, 4:6 der Zwischenstand.

Dennoch wäre ein kleines Wunder nicht schlecht, denn das starke und bis zu diesem Zeitpunkt ungeschlagene vordere Paarkreuz der Gäste würde noch gegen das hintere Paarkreuz des TTV zum Zug kommen, eine fast schon unlösbare Aufgabe für Josina und Johanna. Aber man wächst bekanntlich mit seinen Aufgaben und die Hoffnung stirbt auch nun mal zuletzt.

Und während Karina gegen Heusweilers Nummer 3 einen sehr engen und stark umkämpften 3-Satz-Erfolg beisteuern konnte, war Isabelle für Josina einfach zu stark. Lediglich der dritte Satz war heiß umkämpft, Josina hatte mehrere Satzbälle, die sie aber leider nicht nutzen konnte und mit 13:15 den Kürzeren zog. Das erste Wunder war schon mal ausgeblieben, die Mädels lagen weiterhin 5:7 hinten.

Viktoria und Johanna hatten es nun auf dem Schläger, zwei Pünktchen für den sicheren Klassenerhalt beizusteuern. Doch wie nicht anders zu erwarten, war auch Heusweilers Nummer 2 einfach eine Nummer zu groß für unsere Nummer 4. Johanna spielte gut mit, musste Sarah Badalouf aber dennoch nach 3 Sätzen zum Sieg gratulieren. Nun war sie dahin, die Hoffnung auf ein mögliches Unentschieden, das heute wie so oft möglich gewesen wäre. Auch wenn Viktorias Spiel noch nicht beendet war und sie klar führte, würde ein Sieg nur noch Ergebnismakulatur bedeuten. Viktoria ließ sich aber vom Ausgang an der Nebenplatte nicht beirren und sorgte mit ihrem Sieg gegen Kinga Braun für den 6:8-Entstand. Erneut mussten die Mädels eine knappe Niederlage hinnehmen, mal wieder waren sie nah dran am für sie so wichtigen Unentschieden.

Nun darf sich die überaus sympathische Mannschaft aus Winnweiler, die nach ihrer, für sie wohl überraschenden Rückrundenniederlage gegen unsere blutjungen Mädels in der heimischen Rheinpfalz einen bitterbösen und in keinster Weise der Wahrheit entsprechenden Artikel über das Verhalten der Zuschauer des TTV Niederlinxweiler drucken ließ, über einen mehr als glücklichen Verbleib in der Oberliga Südwest freuen. Unsere junge Damenmannschaft hingegen muss den Umweg über die Relegation bestreiten, um vielleicht doch den Klassenerhalt zu schaffen.

Karina, Viktoria, Josina und Johanna können dennoch sehr stolz auf sich sein. Nach Anlaufschwierigkeiten in dieser sehr ausgeglichenen Klasse, in der manchmal einfach die Erfahrung gefehlt hat, überwinterten die Mädels mit 3 Siegen, 6 Niederlagen und einem Spielverhältnis von minus 15 auf dem 8. Tabellenplatz der Oberliga Südwest. Die Rückrundentabelle hingegen zeigt schon ein ganz anderes Bild: 4 Siege, 1 Unentschieden, 4 Niederlagen bedeuten eine Bilanz von 9:9, ein positives Spielverhältnis von plus 1 und den 6. Tabellenplatz. Bis auf die eindeutige Niederlage gegen die ASG Altenkirchen, war die Mannschaft immer nah dran und bekam sogar von Zellertals Nummer 1 bescheinigt, der TTV hätte es an diesem Tag eigentlich mehr verdient, denn sie selbst hätten ja nur die Sätze geklaut. Sogar die 1:8-Niederlage gegen Altenkirchen war gar nicht mehr so eindeutig, wenn man bedenkt, dass vier von den ersten sechs Spielen zugunsten der Gastgeberinnen im 5. Satz entschieden wurden. Wirklich unfassbar bitter, dass der direkte Klassenverbleib nun an einem einzigen Punkt gescheitert ist.

Vielen Dank an unsere tollen Betreuer Alexandra und Michael, die auch gestern alles versucht haben, um die Mannschaft zu Bestleistungen anzutreiben. Am ersten Maiwochenende wird sich zeigen, ob die Mädels auch nächste Saison in der Oberliga Südwest aufschlagen dürfen. Denn dann findet in der heimischen Breitwieshalle die Relegation statt, bei der es mit Sicherheit wieder enge und tolle Spiele zu bestaunen gibt. Es wäre toll, wenn die vielen treuen Fans auch dann wieder Karina, Viktoria, Josina und Johanna unterstützen würden.

 


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