Das Nachholspiel gegen die Mannen aus Oberwürzbach stand gewiss unter keinem guten Stern. Denn wie soll man in der Dunkelheit eines Freitagabends im kärglichen Schein einer roten Laterne die Oberwürzbachhalle ausfindig machen? Philipp kann ein Lied davon singen, z. B. „Kalkutta liegt am Ganges, Paris liegt an der Saine…“ Denn in Paris ist unser Pi fast gelandet, nachdem er mehrere Autobahnausfahrten ausprobiert hatte und fernmündlich mitteilte, auf dem Weg in die Stadt der Liebe zu sein. Doch glücklicher Weise half ihm ein Geistesblitz zur rechten Zeit auf den selbigen Weg: Der Auto-Pi-Lot. Mit viel TomTom kehrte er noch rechtzeitig ins Saarland nach Oberwürzbach zurück.
Zwar wollten wir einmal wieder wie entfesselt aufspielen, doch eine weitere Verkettung unglücklicher Umstände führte dazu, dass Max an diesem Abend in der ersten Mannschaft ran musste. Wir machten uns ganz Linx-weil-er doch unsere etatmäßige Nummer eins darstellt. Angesichts des Tabellenplatzes Nummer zwei der Oberwürzbacher mussten wir bei allem Optimismus den Tatsachen ins Auge sehen, dass es auch an diesem Abend schwer werden sollte. Kurzerhand stellten wir unseren Begrüßungsspruch um in: „Wir sind ein Team und haben Spaß!“ Dieses Motto drückt aus, wie wir uns den bevorstehenden Herausforderungen stellen wollen. Drum versuchen wir nunmehr bei allem sportlichen Ehrgeiz zunächst möglich viele Siege an einem Spieltag einzufahren. Immerhin gelangen uns drei an der Zahl:
In einem äußerst engen Match fuhren Udo und Horst in der neuen alten Doppelvariante den ersten Zähler ein. Fast ließ Passi, der ins vordere Paarkreuz rutschte, einen weiteren Bigpoint folgen. Denn Sven hatte praktisch nie eine Chance gegen unseren Youngster, doch genau diese nutzte Sven. Sven mag diese Zeilen mit dem ihm eigenen Lachmund zur Kenntnis nehmen. Jedenfalls spielte Passi großartig auf. Eine Zuschauerin soll dem Vernehmen nach sogar bekundet haben, er sei „sehr laufstark.“
Leider hatten in den Folgepartien Udo und Michael gegen die aufstrebende Jugend und die routinierte Klasse von Michael Schwarz und Heinz Lampel keine Chance. Einen weiteren Zähler auf der Habenseite vermochte sodann jedoch unser routinierter Altmeister, Horst – the big man – Groß, einfahren. Gegen Marco bewies er Siegeswillen, der gepaart mit seiner Klasse, zu einem knappen Sieg gereichte.
Im hinteren Paarkreuz war Philipp noch deutlich von den Strapazen seiner Paristour gezeichnet und vermochte aufgrund des daraus resultierenden Jetlags Vassil keine rechte Gegenwehr zu leisten. Besser machte es unser Nossa, der sich in fünf Sätzen gegen den Abwehrstrategen Maximilian durchsetzte. Mit diesem Punktgewinn war aber auch die Messe für uns gelesen. In den beiden Spitzeneinzeln wie auch in der Partie der beiden Altmeister zwischen Horst und Heinz gab es nichts zu ernten.
„Wir sind ein Team und haben Spaß!“ Angesichts der schwierigen personellen Situation in unseren Mannschaften sollten wir uns dieses Motto für die noch zahlreichen ausstehenden Partien bewahren und insbesondere darauf achten, dass wir künftig nicht mehr in der Dunkelheit anreisen müssen. Denn es steht zu erwarten, dass uns auch künftig nur der dämmrige Schein der roten Funzel ein wenig Licht auf dem rechten Weg zur Halle spenden wird.
Gedicht von Edelfan Dietmar
Leider ging das Spiel verloren,
uns ist kein neues Glück geboren.
Obwohl ihr wirklich gut gespielt,
habt ihr och keinen Sieg geholt
und dies obschon Max war dabei,
war's mit dem Siegen schnell vorbei.
Wer hinten steht, dem fehlt das Glück,
es kommt nur selten noch zurück.
Der Kampfgeist war ja schon enorm,
doch nicht so gut wir Gegners Form.
Der Nossa hat mir gut gefallen.
er ragte heute raus aus allen,
drum er verdient den Ehrenpreis,
das zweite Mal soviel ich weiß.
Gefightet habt ihr bis zuletzt,
zum Glück hat keiner sich verletzt.
Heut bin ich leider nicht dabei,
lass mich besingen, bin so frei,
mit Seemannsliedern und Ahoi,
dazu trink ich 'nen Äppelwoi.
Vielleicht hilft mir dann dieser Mix,
für Euch zu finden etwas fix,
denn Milky Way war auch nicht recht,
hat nicht geholfen, war echt schlecht.
Langsam die Dopingliste endet,
das Blatt hat sich noch nicht gewendet,
mein Kopf der raucht, fang an zu zittern,
da hilft kein Rätseln und kein Twittern.
Hab' meine Frau schon eingeschaltet,
die immer alles gut verwaltet.
Auch sie kann keinen Rat mir geben,
wie das Problem wär' zu beheben.
Zum Klatschen und zum Feuern an,
fehl ich heut bei Euch, oh Mann!
Wenn ihr ganz ohne Anhang spielt,
habt ihr noch nie 'nen Sieg erzielt,
zumal das Siegen fällt sehr schwer
denn der Zweite ist schon wer.
Doch hoch den Kopf, kämpft immer weiter,
bleibt beim Spielen froh und heiter.
Ein Potpourri geb' ich euch mit
von jedem etwas, das macht fit,
dann könnet ihr auf jeden Fall,
mal spielen einen guten Ball.
MAl Schnitt, mal Spin, mal einen Bums,
beim Gegner muss es machen Rums;
er darf die Bälle nicht mehr sehen,
nur so müsst endlich es mal gehen!
