Nachdem wir unter der Woche Anna und Viktoria in die Damen vermittelt hatten (die dann am Ende doch nicht spielten), wollten wir zu Spielbeginn klären, wer von den verbliebenen sieben Protagonisten am Samstag nur Doppel spielen sollte. Doch dann meldete sich Pasi als mögliche Corona-Kontaktperson ab und wir waren nur mehr zu sechst.
Zum zweiten Heimspiel empfingen wir den TTC Neuweiler in der Breitwieshalle. Bei den Gästen fehlte Wolfgang Haering. Auf unserer Seite gab Ma Lin seine Premiere für diese Runde und so hofften wir auf Punkte.
Doch gleich in den Doppeln stellte sich heraus, dass die Gäste nicht so einfach den Kopf in den Sand oder Spiele ohne Gegenwehr würden abgeben wollen. Unser Doppel 1 mit Möllerflop Udo und Großmeister Horst musste sich gegen Karlheinz Konter und Michael Mühlbach ganz schön strecken. Während es im ersten und dritten Durchgang gut lief, gingen die geraden Sätze an die Antitops (Karlheinz) und Langnoppen (Michael), gegen die in dieser Aufstellung wenig Kraut zu wachsen schien. Doch vor dem fünften Satz gab Udo die Parole aus: zum Seitenwechsel in Führung gehen und dann durchziehen. Der Plan ging auf, beim Stande von 5:3 wurden die Seiten gewechselt und fortan kamen die Gäste nicht mehr zum Zug.
Auch die beiden folgenden Doppel mussten über die komplette Distanz. Ma Lin und Rouven mühten sich leidlich gegen Norman Baatz und Justin Rothaar und lagen 2:1 in Front. Doch dann peitschten sich die beiden Spitzenspieler der Gäste wieder zurück ins Spiel, in den fünften Satz und letzendlich zum Sieg.
Unsere beiden Youngster Marwin und René mussten gegen Andreas Huth und Franz Landoll aufschlagen. Fast hätten sie das Match für sich entschieden, wäre der zweite Satz nicht in der Verlängerung an die Gäste gegangen. Denn Satz eins und drei hatten sie klar in der Tasche. Doch dann blühten die Gäste auf und dann des Einsatzes von Franzes Rückhand sahen unsere beiden am Ende kein Land mehr, nur noch Landoll.
Dann kam die große Stunde von Rouven. Gegen Justin Rothaar setzte er seinen kontrastierenden nagelneuen grünen Grass gekonnt ein. Immer wieder brachte er tolle Abwehrbälle zurück, ohne dabei den Angriff mit der Vorhand zu vergessen. Einzig im zweiten Durchgang spielte er zu passiv, doch am Ende von vier Sätzen war er verdienter Sieger.
Ein schweres Spiel hatte Möllerflop mit Spitzenmann Norman Baatz. In den beiden ersten Durchgängen fand er kein probates Mittel gegen das schnelle Spiel von Norman und setze fleißig die Rückschläge auf Normans Aufschläge überall hin, nur nicht auf die Seite des Gegners. Erst im dritten Durchgang lief es besser und er konnte diesen für sich verbuchen. Doch am Ende des vierten Satzes wurde die Aufholjagd nicht belohnt und Norman verwandelte zum 3:2 für die Gäste.
Dann war es an Großmeister Horst, seine ganze Klasse zu zeigen. Andreas Huth musste folgerichtig den seinigen ziehen und am Ende von drei Sätzen Horst zum klaren Erfolg gratulieren.
Ma Lin traf dann auf den 25-jährigen Antitop von Karlheinz Konter. Gut, die Eigenschaften eines Antitops ändern sich in dieser Zeit wenig, doch Ma Lin hatte genug Herausforderung. Mit mächtigen Topspins kam er ein ums andere Mal zum Punkt - wenn er denn traf und Karlheinz nicht konterte. Die ersten beiden Durchgänge gingen knapp an Ma Lin. Doch der Senior der Gäste gab sich keineswegs geschlagen, sondern griff selbst noch einmal an und setzte die Akzente im dritten und vierten Durchgang. Es folgte ein offenes Spiel im Entscheidungssatz, das am Ende unseren Ma Lin als knappen, aber frohen Sieger sah - wir lagen wieder in Führung.
René hatte ebenfalls einen guten Tag erwischt. Zwar musste er gegen die langen Noppen seines Gegners Michael Mühlbach ab und an einige Bälle in alle Himmelsrichtungen davoneilen sehen. Doch am Ende von vier Sätzen hatte er mit seinen schnellen und zielsicheren Topspins Michael eine Niederlage beigebracht.
Nun war es an Marwin, unseren Vorsprung weiter auszubauen. Doch Franz Landoll hatte hier etwas dagegen, und das war insbesondere seine sichere und umbequeme Rückhand. Und so musste Marwin erst mal Lehrgeld zahlen, ehe er die Sätze zwei und drei gewinnen konnte. Doch Franz gab sich nicht geschlagen, witterte seine Chance und versuchte weiterhin, Marwin ins Laufen zu bringen und spielte extreme Winkel. Das Spiel war mächtig spannend und auf hohem Niveau. Im vierten Satz gelang Franz der Sieg in der Verlängerung. Doch Marwin behielt die Nerven, spielte seinen Stiefel durch und so ging auch der Entscheidungssatz in die Verlängerung. 14:12 hieß es am Ende für Marwin und wir waren glücklich über unsere 6:3-Führung, die auch von unseren Mannschaftsdamen Anna und Viktoria beklatscht und von den Spielern unserer 4. Mannschaft bejubelt wurde.
Jubel, das war das richtige Stichwort. Rouven wollte gegen Norman mehr davon. Doch erst einmal musste er Lehrgeld zahlen. Gerade einmal 3 mickrige Zähler ließ ihm Norman im ersten Satz. Rouven musste selbst angreifen und tat dies im zweiten erfolgreich - 11:9 für unseren Weitgereisten. Dann war wieder Norman am Zug und ließ Rouven mit einem einzigen Zähler alt aussehen. Doch ein grasgrüner Grass gab Rouven neue Kräfte, er besann sich auf seinen Angriff. Nun gab es wirklich erstaunliche Ballwechsel mit tollen Aktionen auf beiden Seiten zu bewundern. Es wurde viel ge- und beklatscht und unser Christmann spielte sich in einen regelrechten Rausch. Am Ende durfte er stolz auf seinen Fünfsatzsieg sein, der uns die 7:3-Führung einbrachte.
Udo wollt es ihm gleichtun und gewann dann auch den ersten Satz gegen Justin. Doch dieser kam fortan besser mit Udos Möllerflops zurecht und entschied die Durchgänge zwei und drei für sich. Auch Udo musste selbst aktiver werden und tat dies dann. Mit gewagten Schussbällen kam er immer wieder ins Ziel und am Ende der Verlängerung zum Satzgewinn. Doch nun war es Justin, der mit geschickt eingestreuten Netz- und Kantenbällen unseren Udo zermürbte und am Ende des Eintscheidungssatzes den Sieg davontrug.
Das Duell der beiden Oldies Horst gegen Karlheinz versprach Spannung pur, hatten die beiden sich doch schon sehr oft harte Gefechte geliefert. Doch schneller als gedacht durften wir jubeln über Punkt Nummer acht. Horst benötigte nur drei, wenn auch knappe Sätze, um Karlheinz die Grenzen aufzuzeigen und uns so den ersten Punkt zu sichern.
Doch wir wollten mehr und Ma Lin sollte gegen Andreas Huth den Schlusspunkt setzen. Doch wir hatten die Rechnung ohne den Huth gemacht, denn dieser wehrte sich prächtig. Nach einem knapp verlorenen ersten Satz kam er besser ins Spiel und entschied die nächsten beiden Durchgänge für sich. Doch Ma Lin wollte unbedingt punkten und steigerte sich im vierten Satz erneut. Und so kam es zum achten Fünfsatzspiel dieses Matches. Beide Protagonisten kämpften verbissen, zogen sich die Bälle um die Ohren, dass es krachte. Andreas war in Front, doch Ma Lin kam auf 9:10 heran. Doch dann beendete ein Aufschlagfehler die Aufholjagd und unsere Hoffnung auf einen schnellen Sieg.
Nun hatte es René in der Hand, den Sack zuzumachen. Gegen Franz begann er vielversprechend, ohne sich einen klaren Vorteil herausspielen zu können. Doch er behielt die Nerven und gewann den ersten Satz mit 15:13. Franz erkannte seine Chance und war im zweiten Satz wie ausgewechselt, während bei René nichts mehr zusammenlief. Wegstecken, nächster Satz hieß die Devise. Wie im ersten ging es auch in diesem Satz ganz knapp zu, doch diesmal hieß am Ende der Gewinner Franz mit 13:11. René war etwas ratlos, doch Udo machte ihm Mut. Und unter dem Jubel der Zuschauer fand er wieder in sein Spiel und entschied Satz vier für sich.
Und wieder kam es zum Entscheidungssatz, Nummer neun an diesem Abend. 4:4 stand es in der bisherigen Bilanz, wer würde nun davonziehen? Es wurde mal wieder ganz spannend und eng, beide Mannschaften feuerten ihre Kämpfer an. Doch diesmal reichte es nicht für René, Franz und die Neuweiler jubelten am Ende über das 12:10 und den Landgewinn zum 8:6.
Würde Marwin die Nerven behalten und gegen den Langnoppenspieler Michael Mühlbach bestehen können? Im ersten Satz ließ er daran keinen Zweifel, Michael kam überhaupt nicht in sein Spiel. Doch dann coachten und feuerten ihn seine Kameraden an. Aggressiv ging er nun in die Bälle rein und wurde oft mit dem Punktgewinn belohnt. 11:9 hieß es am Ende für ihn, das Match blieb spannend. Udo setzte Marwin auf die Taktik der tiefen Schupfbälle in die Rückhand. Diese verhinderten ein allzu aggressives Angriffsspiel von Michael, gaben aber auch Marwin weniger Chancen, selbst zum Zug zu kommen. Doch es reichte knapp, 13:11 hieß es für Marwin und wir jubelten. Nun bloß nicht übermütig werden! Und Marwin behielt die Nerven! Durchgang vier war von langen Schupfduellen geprägt, die man einem 12-Jährigen nicht unbedingt zugetraut hätte. Doch Marwin spielte seine Taktik konsequent und es war meistens Michael, der die Nerven und im Anschluss den Punkt verlor. Beim 11:7 für unseren Youngster war der Jubel in der Halle groß, hatten wir doch endlich unseren ersten doppelten Punktgewinn in der Landesliga erreicht.
Überglücklich bestellten wir beim Italiener noch ein leckeres Mahl, zu dem sich auch die Gäste gesellten. Mit entsprechender musikalischer Untermalung feierten wir ausgelassen bis in die frühen Morgenstunden, ehe es nachhause ging. Mit diesem wichtigen Sieg konnten wir erst einmal einen Sprung auf den Relegationsplatz acht verbuchen und hoffen nun, noch einige weitere Punkte einfahren zu können.
