Zum "Kerwespiel" mussten wir unsere vertraute Breitwieshalle räumen. Dort hieß es "1150 Jahre Niederlinxweiler" - das war uns zu alt, da zogen wir lieber in die Cusanushalle nach St. Wendel. Sonst eher für ihre mollige Wärme bekannt, war es diesmal recht frisch in der Halle. Apropos frisch: Anna (frischgetraute) Maldener brachte zusammen mit Pasi frischen Wind in die Mannschaft, hatten beide doch endlich ihren ersten Einsatz für diese Saison. Auch Ma Lin war wieder mit an Bord während unser Großmeister sich auf der Bank von seiner Impfung erholte und uns lautstark anfeuerte.
Auch bei unseren Gästen von der TTF Illtal III waren frische Spieler mit dabei: Karina Gefele und Fritz Niklas feierten ihr Debüt in der Aufstellung - es sollte also ein harter Fight werden.
In den Doppeln setzten wir voll auf Risiko. Pasi und Anna bekamen das Vertrauen als Doppel eins geschenkt, obwohl sie im Training gegen Tobi und Nobi noch deutlich unterlegen waren. Doch den Schmerz hatten sie gut weggesteckt und so durften sie gegen Jürgen Angel und Karl-Heinz Schmidt ran. Schnell merkten sie, dass gegen die beiden nicht sehr bequemen Gegner und die gefährliche Abwehr von Angler nicht einfach zu spielen ist, der erste Satz war schnell vorbei. Nach dem Seitenwechsel klappte es besser und so ging dieser an uns. Die Durchgänge drei und vier brachten ähnliche Ergebnisse: drei an Illtal, vier an uns, der Entscheidungssatz musste her. Und hier bewiesen die Frischvermählte und ihr Pasi Nerven. Mit 11:9 brachten Sie das Match nach hause und uns in Führung.
Ein ganz ähnliches Muster zeigte sich dann im Doppel von Ma Lin und Möllerflop gegen Karina Gefele und Fritz Niklas. Im ersten Satz klarer Gewinner, mussten unsere beiden den zweiten Satz abgeben. Und auch hier das gleiche Bild wie bei Pasi und Anna: Satz drei wieder an uns, Durchgang vier an die Gäste - der Entscheidungssatz musste auch hier her. Eigentlich wollten wir schnell in Führung gehen, doch beim Seitenwechsel lagen wir 2:5 zurück. Würden wir wieder herankommen können? Ja, Ma Lin udn Möllerflop konnten! Und nicht nur das, sie zogen satrk und am Ende sogar vorbei - damit hatten die Gegner nicht gerechnet! Das 11:9 brachte uns mit 2:0 in Front.
Rouven hatte dann die Aufgabe, mit unserem Youngster Marwin gegen Stepahn Endres und Christian Schwindt zu bestehen. Im ersten Durchgang ging das gründlich in die Hose, nichts lief bei den beiden zusammen. Ein gänzlich anderes Bild dann nach dem Seitenwechsel: Rouven und Marwin hatten zueinander gefunden, setzten ihre Gegner unter Druck und blieben Sieger in den beiden Folgedurchgänge. Weil aber Entscheidungssätze so schön sind, ließen sie ihren Gegner im vierten Abschnitt den Vortritt. Also auch im dritten Doppel: Entscheidungssatz. Marwin und Rouven gingen auf Nummer sicher und ließen nichts mehr anbrennen - 3:0 nach den Doppeln, wer hätte das gedacht.
Von diesem Zwischenstand mächtig motiviert gingen wir in die Einzel. Udo mussten gegen Karina Gefele ran, da Rouven ja noch im Doppel aktiv war. Gegen die Ex-Niederlinxweilerin hatte er allerdings klar das Nachsehen. Zu hart, zu schnell und zu platziert kamen ihre Topspins und Schmetterbälle. Und mit den berühmten Möllerflops hatte Karina auch keine Probleme, so stand einem klaren 3:0 Erfolg für das junge Talent nichts im Wege.
Rouven durfte sodann gegen Fritz an die Platte. Bewusst hatte er seine grassgrünen Noppen weggelassen und spielte mit zwei glatten Belägen. Würde das zum Sieg reichen? Jedenfalls startete er hochmotiviert und konzentriert in das Match, blieb am Tisch und machte genügend Druck. So sicherte er sich Durchgang eine, während Fritz im zweiten zurückkam und diesen für sich entschied. Doch dann bekam Rouven wieder Oberwasser, da Fritz ja seinen Sohn extra nach im benannt haben soll. 11:3 hieß es am Ende von Satz drei. Würde Rouven nun den Sack zumachen können? Ne, leider noch nicht, Satz vier sollte wieder an den Illinger gehen. Entscheidungssatz? Ja, Entscheidungssatz Nummer vier dieser Partie musste her - und Rouven feuerte, was die Beläge hergaben. Und so ließ er seinem Kontrahenten keine Chance und machte den Sack mit 11:5.
Der erste Einsatz von Pasi war von einem deutlichen Trainingsrückstand geprägt. Die donnerstägliche Übunsgstunde reichte ihm nicht, um gegen Stephan Endres zu bestehen. Zwar kam er ab dem zweiten Durchgang besser in die Partie, doch rannte er immer wieder den gnadenlosen und sauber platzierten Blockbällen von Stephan hinterher. Nach drei Sätzen war Schluss und die Illtaler hatten auf 4:2 verkürzt.
Was würde Ma Lin gegen Jürgen Angel ausrichten können? Ma Lin hatte sich ja bereits im Doppel eingeschossen, jetzt konnte er so richtig zeigen, was er drauf hat. Er zog aus allen Langen, Jürgen angelte, was ging. Nach den ersten beiden Sätzen sah es so aus, als würde Ma Lin den Sieg erringen können. Doch dann warf Jürgen die Angel aus, agierte selber aggressiver und brachte unseren Max an den Rand der Verzweiflung. Erst ein eingehendes Coaching am Ende von Durchgang Nummer vier brachte die Wende. Ma Lin vertraute wieder auf seine starken Vorhandtops, ließ Jürgen laufen und damit des öfteren vergebens angeln. So schaffte er am Ende ein 11:8 im Entscheidungssatz - ja, es war der 5. Entscheidungssatz und der fünfte Punkt für uns. Es lief gut.
Dann kam unsere Frischvermählte gegen Kalle Schmidt zum Einsatz. Das Ja-Wort hatte sie sichtlich befügelte und so spielte sie engelsgleich. Mit ihren harten Schussbällen ließ sie Kalle wenig Möglichkeiten - und holte den ersten Dreisatzsieg für uns! Wer hätte das gedacht?
Marwin durfte sich dann gegen Christian Schwindt beweisen. Doch erst einmal musste er beweisen, dass er auch eine verlorenen
Satz würde verkraften können. Denn nach einigen intensiven Ballwechseln ging der erste Duchgang mit 9:11 an den Illtaler.
Doch Marwin warf die Flinte nichts in Korn, spielte mit mehr Druck. Dazwischen streute er geschickt einige Schupfbälle ein. Die Partie war über lange Zeit offen, aber Marwin hatte drei mal die besseren Nerven: jeweils mit 11:9 blieb er Sieger und holte den ersten Viersatzsieg - 7:2 für uns. Das konnte sich sehen lassen.
Rouven wollten nun mit seinem grünen Grass gegen Karina Störversuche unternehmen. Doch das misslang im ersten Durchgang ganz gehörig. Karina hatte keine Probleme und ließ Rouven alt aussehen (nun gut, der Altersunterschied war schon zu sehen ;-)). Doch der alte Fuchs kam zurück, hatte eine neue Taktik, spielte einerseits selbst aktiver, andererseits kürzer und leerer - und war in Durchgang zwei und drei erfolgreich. Würde er den Sack zumachen können? Zumindest nicht im vierten Satz, denn hier drehte Karina wieder mächtig auf und ließ Rouven keine Chance. Aber darauf hatte er ja nur gewartet, er wollte in den Entscheidungssatz, Nummer sechs an diesem Abend. Er begann druckvoll, doch Karina hatte die besseren Antworten. Und sie konnte die Serie der Fünfsatzniederlagen ihres Teams brechen und mit 11:7 den dritten Punkt für die Gäste eintüten.
Udo machte sich wenig Hoffnung auf einen Punktgewinn gegen Fritz Niklas, zu oft ging er hier schon leer aus. Die Motivation war da, doch die allein sollte nicht ausreichen, um einen Satz zu gewinnen. Regelrecht ohnmächtig fand er kein Mittel gegen den stark aufspielenden Altmeister der Gäste. Auch Ballonabwehr half nicht und so stand am Ende die zweite Dreisatzniederlage des Tages für ihn zu Buche.
Dann war es an Pasi, uns den ersten Punkt zu sichern. Gegen Jürgen Angel musste er mächtig arbeiten, denn dieser brachte ein ums andere Mal sehenwerte Bälle aus der langen Abwehr auf den Tisch. Das sehenswerte Duell zog die Zuschauer in den Bann, natürlich auch Michael "Krokantbecher" Blank und Pasis Freundin Carolin. Vier spannende Sätze lang wogte die Partie hing und her, zwei mal ging es in die Verlängerung. Und wie sollte es anders sein: Entscheidungssatz hieß es auch in dieser Partie, Nummer sieben insgesamt. Und hier merkte man, dass sich Pasi nun so langsam warm gespielt hatte, mit jedem Ballwechsel wurde er sicherer. Jürgen hatte mächtig zu angeln, doch aller Einsatz reichte am Ende nicht, Pasi brachte den achten Punkt im sechsten Entscheidungssatz für uns nachhause.
Am Ma Lin durfte von Stephan Endres lernen, dass ein guter Block auch den festesten Topspinspieler in Gefahr bringen kann, wenn er gut platziert ist. Das zeigte Stephan im ersten Durchgang deutlich. Doch dann verlegt sich Ma Lin mehr auf die Tischmitte, die Winkel wurden kleiner und Ma Lins Trefferquote größer. Folgerichtig gewann er die beiden nächsten Durchgänge. Doch warum in vier Sätzen gewinnen, wenn es auch noch einen Entscheidungssatz zu spielen gibt? Das dachte er sich wohl, als er im vierten Satz eine kleine schöpferische Pause einlegte. Okay, Entscheidungssatz Nummer acht stand an, warum denn auch nicht. Bisher war das ja ganz gut für uns gelaufen.
Und tatsächlich: auch dieser Entscheidungssatz ging Dank des druckvollen Spiels von Ma Lin auf unser Konto - 7:1 nach Entscheidungsätzen, 9:4 für uns.
Der Jubel auf unserer Seite war natürlich groß, schafften wir mit diesem Ergebnis doch erstmal den Sprung weg von den Abstiegsplätzen in die Tabellenmitte. Doch das Ergebnis war denkbar knapp: 9:4 Spiele, 29:27 Sätze und 500:510 Bällen. In Bällen wären die Illtaler also Sieger gewesen. Aber wäre gewesen ist ja Konjunktiv und so durften wir uns freuen und bei lauter Musik den zweiten Sieg in der Landesliga feiern. Und vielleicht ist das ja noch nicht der letzte in der Vorrunde gewesen, die Mannschaft will noch ein paar Punkte mehr.
